Bildhauerin.

Mein erlernter Beruf ist der der Bildhauerin. Nach meiner Ausbildung war ich mehrere Jahre als angestellte Bildhauerin im Bereich der Restaurierung tätig. Wir arbeiteten in verschiedenen Wiener Häusern wie z.B im Palais Liechtenstein, Schloss Schönbrunn, Belvedere, in der Rüstkammer Wien und einige mehr. Parallel dazu vertiefte ich meine Arbeit mit von der Natur gegebenen Formen, sowohl aus Pflanzen als auch aus Körpern.

Dabei verarbeite ich menschliche und politische Themen die mich berühren oder aufrühren. Ich möchte dazu aufrufen, sich kritisch auseinander zu setzen und auch sich den Fragen über das Leben und unser Menschsein in einer natürlichen Umgebung zu stellen. Außerdem spielt in meinen Arbeiten die Schönheit und Ästhetik eine große Rolle, ich möchte nicht schockieren oder das Elend auf dieser Welt sprechen lassen, ich möchte friedenstiftende Kunst für die Seele machen… Besonders ausgezeichnet sind meine Arbeiten durch meine zarte, sehr genaue Herangehensweise und die ruhige Ausarbeitung der detaillierten Motive. Ich liebe es, mich intensiv mit feinen Einzelheiten zu beschäftigen.

Außerdem ist es mir wichtig, der Betrachterin und dem Betrachter freien Raum zuzugestehen, in der Art zu sehen und scheinbar nicht Vorhandenes oder Unfertiges im Geiste weiter zu spinnen und eigene Empfindungen hinein zu projizieren. Ich arbeite nur mit natürlichen, haptisch und optisch wertvollen Materialien, wie Holz, Keramik, Porzellan, Bronze oder Kreide.

Zeichnerin.

Das Zeichnen bedeutet für mich sehen, meditieren in der Wahrnehmung, das Aufgenommene durch mich hindurch und aufs Papier fließen zu lassen. Die Zeichnung ist für mich sowohl eine tiefe Quelle der Ruhe und Konzentration als auch ein Instrument für die Grundlage einer späteren plastischen Arbeit. Eine meiner großen Leidenschaften ist das Zeichnen und Aquarellieren von Pflanzen und diesen wunderschönen, lebendigen Formen aus Adern, Falten, Rissen und zarter Haut eine große Aufmerksamkeit zu schenken.

Ich mache nicht rein technische und botanische Illustrationen, in meinen Zeichnungen geht es um die Schönheit der Gräser, Blumen und Blätter und wie sie auf uns wirken. Beim Zeichnen von Menschen gehe ich ähnlich vor wie beim Zeichnen von Pflanzen. Ich lege es nie darauf an, natürliche Vorbilder und Formen zu kopieren, viel mehr möchte ich diese sichtbar machen und deren Wert und Schönheit herzeigen. Ich arbeite manchmal mit Menschen die mir Modell stehen, jedoch greife ich auch oft spontane, besondere Situationen auf.

Goldschmiedin.

Ich teile die Faszination für die alten Handwerke. Sei es die Kunst des Instrumentenbaus, der Korbflechterei oder eben der Goldschmiede. Schon als Kind schuf ich tragbare Miniatur Skulpturen aus alten, schmiedeeisernen Nägeln, Naturmaterialien, Steinen und vielem mehr. Diese Leidenschaft blieb und hat sich über die Jahre entwickelt. Ich erlernte viele verschiedene Techniken der Goldschmiede und fertige heute ganz besonders zarte und schlichte Schmuckstücke.

Mein Schmuck soll Deine Schönheit unterstreichen, sich an den Körper schmiegen, bzw. ihn schmücken. Gerne entwickle ich mit Dir Deinen ganz individuellen Schmuck verarbeite Deine mitgebrachten Steine oder den alten Goldring der Urgroßtante. Mein Schmuck besteht ausschließlich aus edlen Materialien aber nicht unbedingt aus neuen. Ich plädiere darauf, schon Vorhandenes zu verwenden und daraus Neues zu schaffen, im Sinne der Nachhaltigkeit und Fairness.

Künstlerin.

Kunst ist für mich Essenz und Ausdruck des Lebens. Kunst kann heilen, Augen und Geister öffnen, klären, ermutigen, Sinn gebend wirken, verändern, bewegen. Sie ist Bewegung und Bewegung ist Grundlage für alles Lebende auf der Welt. Kunst kann hässlich und verstörend sein oder zart und wunderschön wie der von Licht durchtränkte, glitzernde Tautropfen an einem surrenden Vormittag.

Immer schon ist die Kunst und ihre verborgene Schönheit eine zentrale Säule in meinem Leben. Ich interessiere mich für die Kunst der Natur, für Musik, Tanz und Theater, für die Kunst der Bildung, Literatur des alten Handwerks. Schon als Kind wollte ich Heilerin, Tänzerin, Bildhauerin und Musikerin und vieles mehr werden und war es irgendwie auch immer ein bisschen, da für mich keine Grenzen zwischen all diesen Formen des Seins existieren. Außerdem sind Werte, die mein Leben prägen: offen, aufrichtig und in Verbundenheit durchs Leben zu gehen, als Mutter und Tochter und einfach Frau Positives auf die Welt zu bringen, meinen guten Beitrag zu leisten und meiner Berufung zu folgen – Schönes wahrzunehmen und zu schaffen. Daher war für mich immer klar, ich bin Künstlerin.

Ich habe mich speziell zur bildenden Kunst bewegt, auch wenn der Tanz oder das Handwerk der Instrumentenbauerin und auch die Kräuterfrau und Reisende noch immer eine Rolle spielen. Ich beschäftige mich hauptsächlich mit Bildhauerei, Malerei und Goldschmiede. Diese Handwerke und Techniken helfen mir die Welt zu einer schöneren zu machen und auch Spuren zu hinterlassen. „Schaut man die Hektik der Großstädte und das Elend in der Welt an, dann entsteht leicht der Eindruck, es herrschten schlechte Zeiten für die Schönheit. Aber die Hässlichkeit der Welt ist nicht viel mehr als eine Aufforderung, sie schöner zu machen“ – schreibt Frank Berzbach in seinem Buch über die Schönheit. Ich nehme die Aufforderung an! „Kunst steckt überall; hinter magischen Momenten der Verbundenheit, im zarten Gewisper der Natur oder in aufregenden Kompositionen von Klängen, Farben und Formen. In Landschaften aus Erde und Grün oder jenen der Berge und Gräben. In alten, verrunzelten Gesichtern mit Augen aus Verdruss oder Weisheit.

Anna Schebrak

Kunst und Handwerk