Hija de las Hojas

Ton, 45 x 32 x 33cm, 2015

„Hija de las Hojas „ bedeutet „ Tochter der Blätter“. Die Plastik ist ein Selbstportrait in welchem ich mich mit dem inneren Kind beschäftigte. Ich arbeitete mehrere Monate im katalanischen Wald, nahe bei Barcelona und schöpfte dort meine Inspiration aus den Blättern, dem Wind, der Hitze und dem Wasser. Ich war viel alleine und so verarbeitete ich meine Gedanken und Gefühle in dieses kleine Mädchen. Nach vielen, vielen Stunden der tiefen Verbindung mit meinem kleinen Inneren und dieser zarten Tonskulptur, wurde sie von einem bekannten Keramiker, der mir seine Hilfe anbot, sie zum Brennen zu transportieren fast vollkommen zerstört.

Mir zog es den Boden unter den Füßen weg, ich verlor den Halt, wie die kleine Tochter der Blätter. In dem Prozess beschäftigte ich mich mit dem Gebären und Sterben und ließ die Kleine wieder auferstehen, indem ich all ihre Einzelteile wieder zueinander fügte und meine Risse und Verletzungen zärtlich vergoldete. Erst im Nachhinein erfuhr ich von der uralten japanischen Technik „Kintsugi“ , in der es genau darum geht, Risse und Fehlerhaftigkeiten wertzuschätzen und anhand von Goldverbindungen Makel hervorzuheben. Dies hat mich tief berührt, da dieser Ansatz sehr meinem Bild der Menschlichkeit und Schönheit entspricht. Kannst Du Dir vorstellen, was es für ein Gefühl ist, sich selbst von innen zu vergolden? Für mich bedeutete diese Skulptur die tiefste Auseinandersetzung mit mir selbst, mit dem Sinn des Seins und dem Kind in mir, mit dem Tod und der Wiedergeburt.

Anna Schebrak

Kunst und Handwerk